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Der Zopf

 

 

Titel: Der Zopf

Originaltitel: Le Tresse; erschienen 2017 bei Editions Grasset & Fasquelle, Paris

Autor: Laetitia Colombani

Übersetzer: Claudia Puls

Verlag: S. Fischer-Verlag

Erscheinungsdatum: 2018

Format: gebunden mit Schutzumschlag

Seiten: 283

Preis: 20€

ISBN: 9783103973518

 

 

Zum Verlag:  https://www.fischerverlage.de/buch/der_zopf/9783103973518

Zur Autorin: https://www.fischerverlage.de/autor/laetitia_colombani/a2525092

 

 

"Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.

Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf."


Das Cover ist mit den Farben Türkis, Gold, Schwarz und Weiß für mich sehr schön anzuschauen und harmonisch, wunderschön.

Jedoch ist es kein leuchtendes Türkis, vermittelte mir nicht das Gefühl vor einem fröhlichen Buch zu stehen, auch sind da mehr geschlossene als geöffnete Blüten und der abgebildete Zopf nicht zu Ende geflochten. 

Für mich ist das Cover eines Buches sehr wichtig, denn oftmals lasse ich mich visuell leiten. 

Der Klappentext hat mich neugierig auf die Umsetzung gemacht, denn dieser lässt keine Fragen offen, was die Handlung betrifft aber die jeweiligen Leben der drei Frauen interessierten mich und wie Smitas Haare von Indien über Sizilien schließlich in Montreal bei Sarah landen.

 

Nach der Beschreibung rechnete ich mit Biographien und war auf schwere Kost eingestellt, denn das Thema "Perücke" betraf mich vor zwei Jahren selber. Wie das Schicksal einem manchmal mitspielt erkrankte ich an einer Autoimmunerkrankung und meine Haare vielen den Nebenwirkungen einiger Medikamente zum Opfer. Lösung: Ich brauchte fremde Haare.

Der Handelsweg der fremden Haare auf meinem Kopf war mir wohl bewusst, jedoch habe ich mir über die möglichen Einzelschicksale dahinter keine Gedanken gemacht.

Ich wurde allerdings überrascht. Laetitia Colombani nutzt eine sehr einfache Schreibweise und macht es dadurch leicht den Schicksalen zu folgen. Eine lockere, leichte Erzählweise, die nicht in die Tiefe geht und weder Schwermut noch dichte Atmosphäre eintreten lässt. 

 

Kapitelweise wird zwischen den drei Frauen, den drei Erzählsträngen gewechselt und die Leichtigkeit dieser knappen Kapitel war für mich anfangs verwirrend, da ich wie vorhin erwähnt, mit viel mehr Tiefe und Schwere gerechnet habe. Dadurch wird zum einen natürlich immer wieder Spannung aufgebaut, aber es schützt auch davor, sich als Leser in einer der drei Schicksalen zu verlieren, da man ja immer jeweils zwei Kapitel Abstand gewinnt.

 

Es werden eine Reihe Klischees bedient, alles ist irgendwie vorhersehbar und große Überraschungen bleiben aus. 

Und genau das macht dieses Buch so besonders. 

Die Aussage des Buches ist ganz klar, Mut, Freiheit und ein lautes JA zum Leben. 

Egal wie steinig der Weg auch sein mag, egal welche Schicksale sich ereignen... es gibt Dinge die sind unveränderbar und man muss sie nehmen wie sie sind. Entweder man verfällt in Passivität oder man macht es wie diese drei Frauen, lässt die Zeit fliegen, entscheidet aber Pilot seines Leben zu werden.

Der feste Glaube an Sonne, nach manchmal langer Regenzeit, lässt einen den strahlend, bunten Regenbogen umso mehr genießen.

 

Ein schönes, kleines Buch mit drei ganz besonderen Frauen und einem bezaubernden, starken Mädchen. Mich hatte das Buch nach einem Drittel gänzlich gepackt und ich musste es bis zum Schluss in einem Rutsch lesen.

Ein Buch voller Hoffnung, ein klares Plädoyer fürs Leben!

Steht auf, hadert nicht zu lang, lebt Euer Leben, denn die Zeit fliegt!!!