· 

Leseverhalten im Laufe der Zeit

 

Mein Kopf hat die Angewohnheit selten still zu stehen und denkt über alles mögliche nach und braucht nicht mal einen Anlass dafür.

 

So auch wieder gestern, während ich mit Mango-Brennnessel-Eistee auf der schattigen Terrasse saß und "Blaubart" las.

Buch kurz weggelegt, eine Zigarette geraucht, den Eistee genossen, den Hunden beim Spielen auf der sattgrünen Wiese zugeschaut und in meinen Kopf schlich sich der Gedanken, dass ich vor wenigen Jahren mit Sicherheit mit einem sehr trivialen Thriller hier gesessen hätte, diesen mordsspannend gefunden hätte und dem Hype erlegen wäre um den neuen Bestseller von XY, ohne Anspruch, subtil, vorhersehbar und trotz Thrill langweilig und definitiv ohne tieferen Sinn.

Zumindest bewerte ich heute manche Bücher entschieden anders und spreche mich nicht frei davon, zeitweise auch sehr seichte Literatur zu lesen, jedoch dann immerhin um ein Thema, was mich interessiert.

Zum Beispiel "Liebellen im Kopf", ganz einfach geschrieben, allgemein verständlich, jedoch rankt sich die Geschichte um ein schweres Thema, nämlich die psychische Erkrankung "Borderline".

 

Bücher, die ich heute lese, hätte ich vor wenigen Jahren niemals angefasst und in Erwägung gezogen diese zu kaufen.

Langweilig, öde und vermutlich eh nicht verstanden, was dahinter steckt.

Wie irgendwie alles im Leben steht nichts still und so auch meine Liebe zur Literatur nicht, sie wird bleiben, das "Wie" wird sich wohl noch einige Male ändern und in vielen Jahren sitze ich dann doch wieder auf der Terrasse und lese Thriller bzw Krimis von Autoren, die Bücher am Fließband schreiben und den Anspruch dabei vergessen, Quantität statt Qualität liefern und werde es total toll und spannend finde.