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Der Herr der kleinen Vögel

 

 

Titel: Der Herr der kleinen Vögel

Autor: Yoko Ogawa

Verlag: Liebeskind

Genre: Roman

Format: gebunden

Seitenanzahl: 271

Erscheinungsdatum: 2012 unter dem Titel "Kotori" im Verlag Asahi Shimbun, Tokio; 2015 Verlagsbuchhandlung Liebeskind

Preis: 18,90

ISBN: 978-95438-050-3


Inhalt / Klappentext

"Auf dem Gelände eines ehemaligen Waisenhauses steht eine Voliere, in der ganz unterschiedliche Vogelarten gehalten werden: Kanarienvögel, Haussperlinge und Prachtfinken, aber auch Papageien. Jeden Tag besucht ein Mann die Voliere, um im Schatten eines Ginkgos dem Gesang der Vögel zu lauschen und mit ihnen zu sprechen. Eines Nachmittags jedoch bricht er neben dem Käfig zusammen und stirbt kurze Zeit später. Die Vögel sind über den Verlust ihres treuen Freundes so bestürzt, dass seinem jüngeren Bruder die Obhut der Voliere anvertraut wird, um sie zu beruhigen. Von den Kindern in der Stadt wird der jüngere Bruder fortan der "Herr der kleinen Vögel" genannt - so aufopferungsvoll kümmert er sich um die Tiere. Er lebt einsam und zurückgezogen, nur zwei Menschen gelingt es, sein Vertrauen zu gewinnen. Einer jungen Bibliothekarin, die er kennenlernt, als er in der Stadtbücherei Fachbücher über Vogelkäfige konsultiert. Und einem alten Mann, der stets eine kleine Holzschachtel mit einer Grille bei sich trägt, um sich an ihrem Gesang zu erfreuen ... Als eines Tages ein kleines Mädchen vermisst gemeldet wird, gerät die ansonsten so friedliche Stadt in helle Aufregung. Und der Herr der kleinen Vögel wird von zwei Polizisten über seinen merkwürdigen Bekannten mit der Grille befragt, der ebenfalls spurlos verschwunden ist."


Meine Meinung zu Handlung und Geschichte

Die Geschichte um den Herrn der kleinen Vögel beginnt mit seinem Tod, ein Zeitungsjunge findet ihn tot in seinem Garten liegend und einen Bambuskäfig mit kleinem Vogel in den Armen haltend, seine Miene zeigte nicht die leiseste Spur von Agonie, ein friedliches Bild.

 

Und so ist dieses Buch auch, friedlich, zärtlich, ruhig, leise, stellenweise still und doch voller Veränderungen und Entwicklung.

 

Nach dem Fund des toten jüngeren Bruders wird die Geschichte der beiden Brüder erzählt.

Namen werden keine genannt, der eine ist der ältere Bruder, der andere der jüngere und Herr der kleinen Vögel.

Die beiden Brüder teilen sich die elterliche Wohnung, die Eltern sind früh verstorben.

Der Herr der kleinen Vögel kümmert sich aufopferungsvoll und verantwortungsbewußt von diesem Zeitpunkt an alleine um seinen älteren Bruder. Dieser lebt in seiner eigenen Welt, spricht seine eigene Sprache seit dem 11. Lebensjahr und einzig der jüngere Bruder versteht seine Sprache unter den Mitmenschen, die Vögel jedoch verstehen ihn ebenso, wie er sie.

Der Alltag ist völlig ritualisiert und auf die Bedürfnisse des älteren Bruders abgestimmt. Ausnahmen darf keine geben, da der Ältere sonst sehr verstört reagiert und unruhig wird. 

Die Vögel, die Musik und der wöchentliche Lutscherkauf verbinden die beiden.

Mit dem Tod des Älteren verändert sich das Leben des Jüngeren sehr, denn seine sortierte Welt, die ganzen Abläufe fehlen und zum ersten Mal lebt er alleine und im Grunde frei.

Neue Rituale ziehen in sein sein Leben, das Versorgen der Vögel in der Voliere des benachbarten Kindergartens und jeden Sonntag der Besuch in der Bücherei, er leiht sich ausschließlich Bücher über Vögel aus und auch dort spricht die Biblithekarin, eine junge Frau zu der sich der Jüngere hingezogen fühlt spricht ihn mit "Herr der kleinen Vögel" an.

 

Trotz des Formates und der nicht allzu großen Seitenanzahl habe ich mir einige Tage Zeit gelassen mit der Geschichte, sie zu lesen, ihr zu folgen hatte etwas beruhigendes, zärtliches, warmes, meditatives. Keine Aufregung und Ruhe.


Mein Fazit

Ich habe die Zeit mit dem Herrn der kleinen Vögel sehr genossen, die leisen Töne, der Gesang der Vögel und die Veränderungen zu begleiten waren schön und entspannend.

Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin und hoffentlich damit wieder die Zeit etwas zu entschleunigen.