Erinnerung an meine traurigen Huren

 

 

 

Titel: Erinnerung an meine traurigen Huren

Autor: Gabriel Garcia Marquez

Verlag: Fischer Taschenbuch-Verlag

Format: gebunden

Genre: Roman

Seitenanzahl: 160

Erscheinungsdatum: 2004 bei Kiebenheuer & Witsch, Köln 

Preis: 8,95€

ISBN: 978-3-596-17259-7


Inhalt / Klappentext

 

"Zu seinem 90. Geburtstag schenkt sich ein alter Mann, der sein Leben lang nur käufliche Liebe gekannt hat, in einem Bordell eine Nacht mit einem jungen, noch unberührten Mädchen. In dieser Nacht, der noch viele folgen sollten, betrachtet er verzaubert die schlafende Schöne und empfindet zum ersten Mal in seinem Leben Liebe."


Meine Meinung zu Handlung und Buch

 

Ich habe mir vorgenommen nach und nach Werke von Literaturnobelpreisträgern zu lesen und habe da einiges zu tun und Gabriel Garcia Marquez ist einer von ihnen, er erhielt 1982 den Nobelpreis. Ich habe mich für dieses Werk entschieden, da es mich mit dem knallrot angesprochen hat und sowohl Titel, als auch Inhaltsangabe sehr provokant sind, so gar nicht typisch Liebesgeschichte.

In die Geschichte purzelte ich direkt rein, denn die ersten beiden Sätze sagten schon viel aus.

"In meinem neunzigsten Jahr wollte ich mir zum Geburtstag eine liebestolle Nacht mit einem unschuldigen Mädchen schenken. Mir kam Rosa Cabarcas in den Sinn, die ein heimliches Bordell betrieb und guten Kunden Bescheid zu geben pflegte, wenn sie etwas Neues zu bieten hatte."

Ein (noch) 89jähriger, der sich eine Jungfrau zum Geburtstag wünscht, sich ein sehr besonderes Geschenk kaufen möchte, scheinbar regelmäßig Gast und somit guter Kunde eines Bordells ist und nur käufliche Liebe kennt...das Buch hatte mich in seinem Bann, der alte Mann hatte mich zum weiterlesen verführt und in seine Geschichte gezogen.

In all den Jahren hatte er nie ohne dafür zu bezahlen Sex mit einer Frau, auch wenn sie kein Geld wollten, hat er es ihnen trotzdem zukommen lassen auf irgendeinem Weg. Er selber denkt auch nicht gut über sich.

"Ich brauche es nicht zu erwähnen, denn man sieht es mir meilenweit an: Ich bin hässlich, schüchtern und altmodisch. All das wollte ich nicht sein und habe deshalb das genaue Gegenteil vorgetäuscht. Bis heute, da ich aus eigenem, freien Willen beschließe, mich so zu schildern, wie ich bin, und sei es nur, um mein Gewissen zu erleichtern."

Er beginnt in seinem Alter, in welchem fast alle seiner Generation in seinem Alter tot sind ein neues Leben mit dem Anruf bei Rosa, der Betreiberin eines heimlichen Bordells. Dort und auch in ähnlichen Bordellen ist er Stammgast. Mit 20 begann er ein Verzeichnis anzulegen von "seinen" Frauen, mit 50 hörte er auf diese Liste fortzuführen, er war mittlerweile bei über 500 und das Interesse, auch körperlich ließ nach und die Masse war nicht mehr so groß, dass eine Liste nötig war um nicht zu vergessen.

Rosa findet auch diesem Fall das passende Mädchen für ihn und was dann geschieht, hat er noch nie erlebt. Das junge Mädchen, aus Anngst vorm ersten Mal erhält von Rosa Baldriantropfen zur Beruhigung, doch statt einfach nur auszuruhen schläft "Delgadina", wie der alte Mann sie fortan nennt einen dornröschengleichen Schlaf, jede Nacht aufs Neue. Es genügt ihm, er streichelt sie, beobachtet ihren Schlaf und verliert sein Herz, er ist verliebt und möchte dies am liebsten der ganzen Welt mitteilen.

 

Liebe zwischen Alt und Jung, Liebe, die nicht der "Norm" entspricht.

Ich mochte den Schreibstil und habe das Buch an einem sonnigen Nachmittag im Garten gelesen und denke, dass ich weitere Bücher lesen werde des Autors. 

Das Thema polarisiert und manch einer mag es bzw ihn, den Protagonisten als Pervers empfindet, aber gerade dann hat er eine Chance verdient, denn vieles ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint.