· 

Die Farbe von Milch

 

 

 

Titel: Die Farbe von Milch

Autor: Nell Leyshon

Verlag: Eisele

Genre: Roman

Ersterscheinung: 2017 (dt)

Originaltitel: The Colour of Milk

Seitenanzahl: 207

ISBN: 978-3-96161-000-6

Preis: € 18,00

Inhalt

Es sind die Jahre 1830-1831 aus denen Mary, ein fünfzehnjähriges Mädchen ihre Geschichte erzählt. 

Mary lebt mit ihren 3 älteren Schwester, ihren Eltern, dem Großvater und einigen Tieren auf einem großen Bauernhof. Ihr Vater hat sich immer Söhne gewünscht, die ihm bei der schweren körperlichen Arbeit helfen , aber so müssen es eben die Töchter machen, er duldet keine Schwäche, keinen Ungehorsam und auch sonst geht keine Wärme oder Menschlichkeit von ihm aus, Hauptsache und einzig wichtig ist die Arbeit und das Geld. So kommt es, dass der Vater eines Tages im Sommer 1830 bestimmt, dass Mary den Hof für eine unbestimmte Zeit verlässt, um im Pfarrhaus zu dienen, die Frau des Pfarrers ist erkrankt und zusätzliche Hilfe im Haus ist nötig.

Mary möchte den elterlichen Hof nicht verlassen, doch da der Vater für Mary`s Dienste bezahlt wird hat sie keine andere Wahl.

Mary übernimmt viele Arbeiten, wird von Edna, der Hausangestellten eingearbeitet und ist in erster Linie für die Pfarrersfrau zuständig, nicht nur Arbeiten im klassischen Sinne, sondern auch Gesellschaft leisten, Geschichten erzählen.

Mary erfährt von ihr Respekt und Wohlwollen, sie interessiert sich für Mary`s Leben auf dem Bauernhof und so wird Mary schnell wichtiger Bestandteil in ihrem Alltag, der liegend stattfindet.

Es ist Mary`s fröhliche, unverblümte, ehrliche, authentische Art mit ihrer scharfen Zunge, auf der sie zugleich ihr Herz trägt, welche die Pfarrersfrau beeindrucken. Das bleibt dem Pfarrer nicht verborgen und so erteilt er Mary den Auftrag, sich in allererster Linie um seine Frau und ihre Wünsche zu kümmern, die Bitte sie zu Essen und Trinken zu überreden. Trotzdem verschlechtert sich der Gesundheitszustand arg.

Schließlich ist es auch Mary die zusammen mit dem Pfarrer am Sterbebett der Frau sitzt. 

Nach dem Tod der Pfarrersfrau wünscht der Pfarrer weiter ihre Dienste und da er Mary`s Vater weiterhin bezahlt, muss Mary bleiben und ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung. Edna wird entlassen und in dem Haus leben nur noch Mary und der Pfarrer...

 

Meine Meinung

 

Puh, dieses Buch hat es in sich und ich bin immer noch völlig gefesselt von der Geschichte. 

Gewählt wurde die Ich-Perspektive und dies so authentisch, dass ich sogar glauben würde, dass es Mary selber geschrieben hat und nicht Nell Leyshon.

Die Handlung allein wäre nie Grund gewesen, dieses Buch zu lesen, denn historische Romane sind grundsätzlich gar nicht meine Welt. Über Wochen hat mich das Buch magisch angezogen, überall bin ich ihm begegnet oder sah Fotos davon. Also habe ich irgendwann mal die erste Seite gelesen und eh ich mich versah war ich fast bei der letzen.

Viele Dialoge zeichnen das Miteinander der einzelnen Personen. 

Atmosphärisch sehr dicht, düster, zum Ende hin musste ich echt aufpassen zwischendurch mal Luft zu hole, so sehr hat es mich gefesselt, die Kehle zugeschnürt und Blei auf den Brustkorb gelegt.

Irgendwo war mir schon klar wohin der Weg führt, dass das Ende ein unausweichliches ist, aber trotzdem hat es mich heftig getroffen, sehr heftig.

Ich war von der ersten Seite im Bann und gefangen in Mary`s kleiner Welt.

 

Fazit

 

Emotional der Wahnsinn.

Sprachlich, dieses authentische Bauernmädchen ebenfalls Wahnsinn.

Ich bin gespannt wann das Buch mich loslässt.